Ein Ort für innere und äußere Wanderungen

Feurige Traditionen


Im Odenwald gibt es einige Traditionen, die ich durchaus schätze. So wird immer am letzten Samstag im März auf vielen Hügeln hier ein großes Feuer entzündet. Dabei sorgen die freiwilligen Feuerwehren dafür, dass nur die aufgeschichteten Holzstapel brennen und nicht etwa noch viel mehr. Vereine braten Würste und schenken Getränke aus, hier und da wird auch Musik gemacht.

Eigentlich erinnern die Lärmfeuer an historische Signalketten, die unter anderem aus dem Dreißigjährigen Krieg überliefert sind. Diese weniger fröhlichen, militärischen Hintergründe spielen natürlich bei dieser Veranstaltung, die 2007 wieder ins Leben gerufen wurde, keine Rolle. Stattdessen ist es ein inoffizieller Startschuss für die Freiluftsaison. Ob nun noch Schneeregen fällt oder es – wie dieses Jahr – schon recht grün und frühlingshaft ist im vorderen Odenwald: Ab jetzt wird (auch) draußen gefeiert.

Ganz davon abgesehen: Die urige Kombination aus großem Feuer und kaltem Bier unter dem Sternenhimmel ist etwas, was mich auch anspricht (auch wenn ich mir, weil Fastenzeit und Arbeit, bei den Feuern allenfalls ein alkoholfreies Kaltgetränk gönne).

Ich berichte fast jedes Jahr in meiner Lokalzeitung über das Fest und versuche dabei, immer mal an einem anderen Feuer vorbeizuschauen. Dieses Mal war ich zum ersten Mal auf der Burg Lindenfels. Es war ein schönes Event, die Burg war zu dem Anlass in blutrotes Licht getaucht. Mich hat der gestern so klare Sternenhimmel fast ebenso beeindruckt wie das Feuer, das an der Burg brannte, oder aber die Feuer, die man von dort aus im Weschnitztal lodern sehen konnte.

1 Kommentar

  1. Rolf

    Schön dass die alten Traditionen bewahrt werden, ein nächtliches Feuer in der doch noch kalten Jahreszeit ist doch wunderbar.
    Viele Grüße,
    Rolf

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