Vor einer Woche war es noch eisheiligenkalt, gestern fühlte es sich an wie Frühling, als ich durch den Wald lief und Maiböcke beim Kämpfen beobachtete, und heute ist Sommer.

25 Grad und mehr im Schatten, die 30 sollen morgen geknackt werden. Und ich atme auf und durch und freue mich, dass alles leichter wird.

Leichter sind schon mal die Klamotten, die ich anhabe, kein riesiger Berg aus Fleecegedöns mehr vor dem Bett, wenn ich schlafen gehe. Leichter die Schuhe, endlich wieder Sandalen, Fußnägel mit geschmacklosem Glitzernagellack und Füße, die sich streifenweise bräunen und immer etwas dreckig sind. Sommerfüße nenne ich das.

Und mit weniger Kleidern und Sandalen ist auch das Wandern noch leichter. Warmer Wind weht mir durch die Haare, es duftet nach wilden Rosen, die sich gerade öffnen, und ich bleibe manchmal begeistert stehen, wenn ich mein liebstes bewegtes Bild in der Natur sehe: Wind, der durch hohes Gras streift. Keine Ahnung, woran es liegt, aber das finde ich wunderbar.

Leichter ist mir auch wieder ums Herz. Ich habe ein paar Arzttermine bewältigt, die mir Bauchschmerzen gemacht hatten, und bei einem auch wieder schwarz auf weiß bestätigt bekommen, dass meine Blutwerte in Ordnung sind, ach was, „langweilig“, wie der Hausarzt meinte. Da meine Eltern beide Diabetiker waren, habe ich vor allem auf den Blutzucker ein Auge. Aber da ist alles perfekt, ich bin er-leichtert.

Heute ist auch eines der großen Volksfeste hier im Tal, jeder Ort hat da sein eigenes, Feste zu Pfingsten, Johanni oder zur Kirchweih. Ich gönne es den Veranstaltern, dass sie mit dem musikalischen Abendprogramm bei dem Prachtwetter sicher erfolgreich sein werden. Und natürlich macht mir mein Arbeitsbesuch dort auch mehr Spaß, wenn es nicht kalt und regnerisch ist. Feiern, gutgelaunte Menschen – auch das ist Leichtigkeit.

Jetzt müsste ich nur noch schauen, dass ich auch körperlich ein bisschen leichter werde und den pfundigen Aufwärtstrend der Wechseljahre wieder umkehre.