Jetzt ist das Bloggen mal wieder für eine Weile untergegangen vor Lauterlauter und Kleinklein. Ich muss sagen, der diesjährige Sommer war einfach wenig erholsam und anstrengend für mich. Das lag zum einen an der enormen Hitze, die mich nicht nur körperlich schlauchte und mein Wanderpensum einschränkte, sondern auch meine Sorgen vor der Klimawandelzukunft befeuerte. Wie oft hat es seit Mai geregnet, 10 Mal vielleicht? Die Buchenwälder sehen schlimm aus. Heutem Ende September, haben wir hier in Südhessen 30 Grad, und es ist staubtrocken. Im Radio reden sie von „schönem Wetter“.

Dazu kamen für meinen Geschmack viel zu viele Arztbesuche. Das meiste waren nur Check-ups, von Zahnarztsachen abgesehen. Ich weiß ja, wie privilegiert ich mit meiner (klopf auf Holz) bis heute guten Gesundheit bin. Andere müssen ständig zum Arzt und haben sicher wenig Verständnis dafür, dass eine recht Gesunde wie ich vor jedem Check-up-Ergebnis bibbert. Dazu haben meine Wechseljahre sich überlegt, das mit den Hitzewallungen doch noch mal zu testen. Ich nehme jetzt Traubensilberkerzenextrakt, das scheint etwas zu helfen.
Auch im Job ist es auch chaotischer als sonst: Seit dem Frühsommer gibt es Krankenstände in dem Ressort, dem ich als Freie zuarbeite, und dementsprechend ist alles etwas komplizierter und aufwendiger als sonst. Und überhaupt und sowieso, das ganze Kleinklein des Lebens. Meinem Smart musste ich nach fast 15 Jahren adieu sagen, schluchz. Der alte Herr hatte jetzt mit fast 25 Jahren so viele Blessuren, dass sich eine weitere Reparatur beim besten Kfz-Mechaniker von allen nicht mehr lohnte. Also Abschied, und ich muss mich an das ebenfalls schon ältere Auto gewöhnen, das ich vom werten Gatten übernehme, während der auf Elektro umstieg. Und all das andere Zeug rund um Job und Haus und Steuer und Handwerker und, ach, ihr kennt es ja alle.

Aber immerhin, der Sommer ist vorbei, endlich will ich sagen. Mein Hirn fängt wieder an, besser zu funktionieren, und ich kann auch wieder den Hausberg hier hochlaufen, ohne völlig zu zerfließen. Pläne in Punkto Komfortzonenerweiterung, die ich während Hitze und Wartezimmeraufenthalten nicht umsetzen konnte oder wollte (ach ja, und die Katze war auch noch krank), rücken wieder näher: eine Fortbildung an einer Fernschule werde ich vielleicht im Winter oder Frühjahr starten, mehr Aktivitäten bei der Demokratiegruppe und ein Herbsturlaub ohne den besten Ehemann von allen. Vor 10 bis 25 Jahren bin ich fast jedes Jahr allein weggefahren, entweder zu Frauentreffen, um eine Freundin zu besuchen oder auch, um mich mit einer zu treffen. Letzteres werde ich nun mal wieder in den Herbstferien machen. Und weil ich mir dachte, ach, für ein paar Tage in den Harz fahren lohnt ja kaum, hab ich gleich noch ein bisschen Zeit für mich allein drangehängt. Ich bin mal gespannt, wie mir das bekommt, alleine ein paar Tage Urlaub zu machen. So, wie ich begeistert Wandertouren und Sehenswürdigkeiten in der Region suche, habe ich nicht allzu viele Bedenken.

Aber wie ich die mir auch nicht gerade angeborenen Eigenschaften Optimismus und Freude durch Zeiten wie diese bringe, dafür habe ich noch kein Rezept. Vielleicht sollte ich mal wieder ein paar alte Singvøgel-Lieder hören: www.singvoegel.com/index.php/fur-zeiten-wie-diese/